Landratswahl: Thomas Petry empfiehlt Dr. Matthias Schneider
Nach reiflicher Überlegung mit dem Kreisvorstandes gibt Thomas Petry, der 46-jährige Idar-Obersteiner ausgeschiedene Landratskandidat für Bündnis 90/DIE GRÜNEN, doch eine eindeutige Wahlempfehlung zur bevorstehenden Stichwahl im Landratswahlkampf ab.
Nach dem ungleichen Wahlkampf bis zum ersten Wahlgang am 30.Mai, bei dem der erste.Teil-Wahlerfolg des Herausforderers Dr. Schneider wie eine Sensation die Runde machte, wurde ich sehr oft um eine Wahlempfehlung gebeten.
Nachdem der Kreisvorstand von B90/DIE GRÜNEN getagt hat, möchte ich nun doch „grünes Licht" geben, bei dieser Personenwahl für Herrn Dr. Schneider zu stimmen.
Bereits vor dem ersten Wahltermin ist in ganz persönlichen Gesprächen die offene und freundliche Art aufgefallen. Dieser erste positive Eindruck wurde immer wieder verstärkt und bestätigt, z.B.: bei der gemeinsamen Wahlkampfveranstaltung von Bündnis 90/DIE GRÜNEN und der LUB zum kostengünstigeren, umweltverträglicheren und lärmmindernden Kreisverkehr am HELA, B41/Abfahrt Dickesbach, an der auch der Mitkandidat Dr. Matthias Schneider mit großem Interesse teilnahm. In der gemeinsamen Diskussion mit Herrn. Dr. Erwin Manz konnte man sogar inhaltlich gleiche Interessen festmachen in Bezug auf die riesige Flächenversiegelung und der geplanten Steuermittelverschwendung bei diesem Straßenbauprojekt. In Zeiten leerer Haushaltskassen ist das ein wichtiges Signal an die Bürgerinnen und Bürger.
Die Dinge nochmals überdenken und nicht stur an alten Planungen festhalten, war für alle Beteiligten das Fazit dieser Veranstaltung. Auch das Radewegekonzept durch das Naturschutzgebiet im Herzen von Idar-Oberstein kann noch einen guten Verlauf nehmen mit einem Förster an der Verwaltungsspitze. Aus einem Berufsstand kommend, der täglich mit Naturschutz und landespflegerischen Maßnahmen betraut ist, kennt Herr Dr. Schneider natürlich auch den Verwaltungsapparat von allen Seiten.
Auch bei dem Erhalt des Landkreises wird man sich auf ein neues Gesicht verlassen können, da er unvoreingenommen in solch wichtige Verhandlungen gehen kann und der SPD-Landesregierung auch aus anderen Gründen die Stirn verstärkt bieten kann. Ich wünsche daher dem erst 48 Jahre jungen Herrn Dr. Schneider mit seiner frischen und kompetenten Art viele der Wählerstimmen, die zuvor mir das Vertrauen gegeben haben.
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Mehr als ein Farbtupfer
Landratswahl: Der Idar-Obersteiner Thomas Petry (46) kandidiert für Bündnis 90/Die Grünen
Dem bisherigen Motto des Kreises Birkenfeld „Alles im grünen Bereich“ sollen Inhalte folgen. Dafür setzt sich Thomas Petry, Kandidat von Bündnis 90/Die Grünen für die Landratswahl am 30. Mai, ein.
KREIS BIRKENFELD. Er möchte deutlich mehr als ein „Farbtupfer“ sein: Der 46-jährige Thomas Petry, gebürtiger Idar-Obersteiner, tritt für Bündnis 90/Die Grünen zur Landratswahl am 30. Mai an. Der Architekt und zweifache Vater stellte sich den Fragen der Nahe-Zeitung. Mehr »
Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,
in diesem Jahr geht es um die Zukunft unseres Landkreises. Dem bisherigen Kreis-Motto „Alles im grünen Bereich" sollen nun auch Inhalte folgen.
Bisher hat sich diesbezüglich so gut wie nichts getan - und dies, obwohl wir einen Hochschulstandort mit Schwerpunkt Umwelt direkt im Kreisgebiet beherbergen. Dessen Kernkompetenzen müssen schleunigst viel stärker in die Kreisentwicklung gelenkt werden, um den in den Ranking-Listen hinterherhinkenden Kreis Birkenfeld wieder kräftig nach vorne zu bringen.
- Die bisher verfolgte Verkehrspolitik sorgte weitestgehend für ein schnelles Durch- und Weiterkommen, aber der heimischen Bevölkerung hat es trotzdem kaum / keine sinnvollen Arbeitsplätze gebracht. Ökonomisch und ökologisch müssen wir die ansässige Wirtschaft auf Nachhaltigkeit ausrichten statt auf Militär, Luftfracht, etc...!
- Konversionsprojekte und die dazugehörigen Flächen dürfen zukünftig nur kreisweit und darüber hinaus betrachtet werden, da die Entwicklung einzelner kleiner Teile, siehe Gewerbepark Nahetal, im Ergebnis an den gesteckten Zielen vorbei entwickelt wurden.
Wird es in acht Jahren den Landkreis noch geben?
Ob es den Landkreis in seiner heutigen Abgrenzung noch geben wird ist ungewiss. Die Landesregierung hat einen Prozess der Verwaltungsreform eingeleitet. Wie die Pläne hierbei für den Landkreis Birkenfeld aussehen, ist unbekannt.
Meiner Meinung nach hängt der Bestand des Landkreises aber insbesondere davon ab, inwieweit sich die Menschen dem Kreis Birkenfeld heimisch und zugehörig fühlen. Spricht man mit den Menschen, so merkt man sehr schnell, dass sie sich mit der Region verbunden fühlen, aber nicht mit einem Verwaltungsgebiet. So sieht sich der Rhaunener als Hunsrücker und der Baumholderer als Westpfälzer. Aber wirkliche Angst vor Gebietsveränderungen werden bisher nur von Kommunalpolitikern geäußert!
Sehr viel wichtiger, als auf Biegen und Brechen die Verwaltungseinheit „Kreis Birkenfeld" zusammen zu halten, ist es die Lebensbedingungen und die Lebensqualität der Menschen unter dem Aspekt des demografischen Wandels im ländlichen Raum zu erhalten und weiter zu entwickeln. Der demografische Wandel wird in allen Bereichen des Alltags für die Menschen spürbar werden. Es ist eine große querschnittsorientierte Aufgabe diesen Wandel aktiv unter dem Maßstab der Nachhaltigkeit zu gestalten. Hierbei muss die Identität der Region herausgearbeitet werden und das Selbstbewusstsein der Bevölkerung gestärkt werden. Die Menschen brauchen Perspektiven, die nur mit Kreativität, Engagement, Unterstützung, Anerkennung, Bildung und Selbstvertrauen entstehen können. Dann hat die Region als lebens- und liebenswerter Raum eine Chance unabhängig davon, wie Verwaltungsgrenzen gezogen sind.
Thema Kreisstraßen
Ist es auf Dauer möglich, alle Kreisstraßen zu unterhalten? So lautete die Frage an die Kandidaten. Um sie beantworten zu können ist es aus meiner Sicht notwendig eine Gesamtbestandsaufnahme der Verkehrswege des Landkreises zu erstellen .Hieraus ist dann eine nachhaltige Verkehrsplanung zu erstellen, die natürlich auch die Anbindungen über die Kreisgrenze hinaus berücksichtigt. Es dürfen dabei aber nicht nur die Kreisstraßen betrachtet werden, sondern alle Aspekte von Mobilität sind einzubeziehen.
Grundsätzlich muss der Erhalt vorhandener Straßen vor dem Neubau stehen.
Ortsumgehungen sollte nur vorgesehen werden, wenn der Durchgangsverkehr höher als 50 Prozent des Gesamtaufkommens ist und ein hoher Anteil an Schwerlastverkehr gegeben ist.
Fragwürdig erscheint mir die Planung der Hunsrückspange, die eine neue Achse zum Flughafen Hahn darstellt. Ob dieser Flughafen mit seiner klimaschädlichen Ausrichtung als Billigflugplatz in völliger Abhängigkeit einer irischen Fluggesellschaft dauerhaft Bestand hat ist fraglich. Auch der rheinland-pfälzische Steuerzahler wird sich dieses Subventionsloch (in den letzten 10 Jahren ca. 170 Mio €, jedes Jahr kommen 16-17 Mio € dazu)auf Dauer nicht leisten können und wollen.
Aber selbst ein Rückbau von Straßen, die definitiv nicht mehr gebraucht werden, muss kein Schreckensszenario sein. Ein übergreifendes Mobilitätskonzept über die Grenzen der jeweiligen Verkehrsträger sollte vielmehr als Chance begriffen werden, der Natur ein Stück, das ihr geraubt wurde zurück zu geben. So gäbe es Ent- statt Versiegelung, Biotopverbund statt Lebensraumzerschneidung und versickerungsfähiger Boden statt Erhöhung der Hochwassergefahr.
Welche Potenziale und welche Grenzen sehen Sie beim ÖPNV?
Um seine Aufgabe im System der Daseinsvorsorge erfüllen zu können, muss der ÖPNV (öffentlicher Personennahverkehr) erheblich umgestaltet werden. Angewiesen auf einen funktionierenden ÖPNV sind besonders die jungen, wie die alten Menschen.
Das Rückgrat des ÖPNV in unserem Landkreis ist heute der Schülerverkehr, ein zunehmend schwaches Rückgrat in Anbetracht sinkender Schülerzahlen und abweichender Bedürfnisse der übrigen ÖPNV-Nutzer. Wie ausgedünnt mittlerweile das Angebot ist, merkt man immer, wenn Schulferien sind und nicht alle Busse fahren.
Um den Bedürfnissen auch gerade der älteren Menschen gerecht zu werden muss der ÖPNV flexibler werden, es müssen neue Bedienformen her.
Beispielhaft wäre hier zu nennen: Kombinierte Angebote, Fahrrad- Bus, mit guten Mitnahmemöglichkeiten für Fahrräder, sichere Abstellmöglichkeit für Fahrräder an Bahnhöfen und Bushaltestellen, ehrenamtlich betriebene Bürgerbusse, Mitfahrerbörse, Carsharing-Konzepte, Mobilität des Anbieters, statt Mobilität des Kunden ,.Hol- und Bringdienste für Touristen, also ein ganzes Bündel von Maßnahmen, die den ÖPNV flexibler machen.
Von großer Bedeutung ist neben der Verbesserung der Mobilität natürlich auch der Ausbau der Internetinfrastruktur. Dies würde derzeit noch notwendige Verkehrsströme vermeiden. Schaffung von Datenautobahnen via Satellit statt neuer Asphaltpisten durch die Natur sind hier das Konzept. Gerade Unternehmen mit einem hohen Anteil an Berufspendlern sollten sich neuen Arbeitsformen wie der Telearbeit öffnen.
Eine Mobilität auf nachhaltiger Basis auch in unserem Landkreis zu gewährleisten, ist eine Herausforderung die Fantasie und Engagement braucht. Dafür möchte ich mich als Landrat einsetzen.
Welche Optionen und Potenziale sehen Sie beim Naheradweg?
Den Naheradweg gibt es schon seit über zehn Jahren. Er wurde unter der Regie von Landrat Hey ausgewiesen. Hierbei entstand auch die Holzbrücke bei Frauenberg. Erst in den letzten Jahren wird nun ein Konzept verfolgt, den Radweg möglichst ufernah, eben, und asphaltiert zu führen. Die Idee dabei ist, einen Radwanderweg zu bauen, der mit großen Flussradwanderwegen an Rhein und Mosel konkurrieren kann. Eine Fortführung des Konzeptes „eben und nah am Ufer“ wird jedoch weitere brutale Eingriffe in die Natur, hier ins Schutzgebiet des europäischen Naturerbes, erfordern. Die bereits geplante und vorgestellte Stegvariante hat mit Arten- und Naturschutz nichts zu tun. Dass bisher schon keinerlei Sensibilität für die Einzigartigkeit dieser abgeschiedenen, noch wenig erschlossenen Flusslandschaft besteht, zeigt sich bei dem Bau der neuen Radwegbrücke unterhalb Enzweilers. Das Nahetal hat dem Betrachter hier immer ein Gefühl von einer unberührten Naturlandschaft gegeben. Dies ist nun durch dieses wuchtige, monströse Bauwerk zerstört. Der grellblaue Anstrich tut ein Übriges dazu.
Aus meiner Sicht ist der Naheradweg in seinem jetzigen Verlauf durch geringfügige Änderungen (z.B. Serpentinenverlauf) der Strecke bestens geeignet. Auf jedem Radweg müssen Steigungen überwunden werden, die den einen oder anderen auch mal zum Absteigen zwingen (s. Verlauf des Naheradwegs, Domäne bei Niederhausen). Wer sich einen Radweg im Hunsrück aussucht, muss mit Bergen rechnen! Desweiteren gibt es auch immer mehr Radfahrer, die eine sportliche Herausforderung suchen. Für diese Zielgruppe sollte man den Radweg bewerben. Deutlich verbessert werden sollte jedoch die mangelhafte Ausschilderung des Radwegs ab Idar-Oberstein Eingang. Man kann nur hoffen, dass die Zukunft des Radwegs momentan nicht nur aus wahlkampftechnischen Gründen „ruht“, um danach für das o.g. Konzept die notwendigen Ausnahmegenehmigungen auf politischem Wege durchzudrücken!
Welche ungenutzten Potentiale gibt es im Tourismus?
Der Tourismus könnte sich zukünftig zu einem der wichtigsten Standbeine der Region entwickeln, denn das notwendige Kapital, unsere Natur und Landschaft, ist bereits vorhanden. Sie sind die größten „Pluspunkte“, wunderschön und einzigartig!
Wir dürfen sie nicht nur als Kulisse verstehen, denn sie hat einen bewahrenswerten Eigenwert. Gäste unserer Region schätzen vor allem die Ruhe und die Ursprünglichkeit der Landschaft. Daher ist ein behutsamer und zurückhaltender Umgang mit der Natur bei Verkehrs- und Infrastrukturmaßnahmen angesagt, sei es die Umgehung von Ortschaften, die Hunsrückspange oder gar der Nachtflugbetrieb auf dem Hahn, der sicherlich eine nächtliche Verlärmung der Region bedeuten wird.
Erhalt von Rad-und Wanderwegen, geführte Rad- und Wandertouren, z.B. mit Einrichten von Servicestationen, gezielte Förderung weiterer Sportmöglichkeiten, ggf. kombiniert mit Besichtigung von baulichen Attraktionen, wie es in Herrstein bereits erfolgreich umgesetzt wird, könnten auch für Idar-Oberstein möglich sein.
Gut erreichbare Touristeninformationen, verbesserte Verbindung der einzelnen Attraktionen (z.B. als Wanderrundweg, per Shuttle-Bus oder Bestelltaxi) in den einzelnen Ortsteilen, öffentliche Führungen in heimischen Betrieben der Schmuckherstellung – und Verarbeitung, Öffnung von Schmuckateliers, eine Kombination von „Kauf-Tourismus“ (siehe Fa. Fissler) mit Besucher-Tourismus!
Das Bewusstsein für Gastfreundschaft, Freundlichkeit und Offenheit muß allgemein weiter entwickelt werden. Denn wo man freundlich empfangen wird, fährt man auch gerne wieder hin! Die Menschen des „steinreichen“ Landkreises Birkenfeld sollten sich auf ihre Fähigkeiten berufen, um mit der Vielfalt ihres einzigartigen Könnens und ihren weltweit bestehenden Geschäftsbeziehungen, die über Jahrzehnte aufgebaut wurden, ihrer Stärken und Potentiale bewusst werden. Vorhandene Kräfte sind zu bündeln, z.B. im Ausbau der Vermarktung der regionalen Produkte (s. „Soonahe“) in der Hoffnung, so ein gestärktes „Wir-Gefühl“ zu entwickeln und einen gewissen Stolz auf unsere Region, und diesen authentisch an unsere Gäste weitergeben.
Wie wird und wie muß sich die Schullandschaft im Kreis Birkenfeld verändern?
Kurze Beine, kurze Wege!
Als Landratskandidat befürworte ich eine Schulentwicklungsplanung, die wohnortnah alle schulischen Bildungsabschlüsse anbietet. Die rückläufigen SchülerInnenzahlen dürfen nicht zur Schließung von Schulstandorten missbraucht werden, sondern müssen für kleinere Klassen und eine deutlich bessere individuelle Förderung genutzt werden. Besonders wohnortnahe Bildungsinstitutionen machen eine Gemeinde gerade für Familien attraktiv und schaffen damit Arbeitsplätze. Nach dem Motto „kurze Beine, kurze Wege“ sollen möglichst viele auch kleine Grundschulstandorte erhalten bleiben. Ziel ist: eine Schule für Alle! Die Schule der Zukunft ist eine Integrierte Ganztagsschule in einem Haus des Lebens und Lernens. Ein Anfang ist mit den Standorten Herrstein und Rhaunen gemacht, was jedoch gerade für die meisten Kinder der 5. – 7. Klassen lange Fahrtzeiten bedeutet. Hier zeichnet sich im Vorfeld schon Korrekturbedarf ab.
Die IGS wird von vielen Eltern und Kinder gewünscht. Es ist daher sinnvoll und erstrebenswert, zukünftig auch im Schulzentrum von Idar-Oberstein, das wirtschaftlich als Mittelzentrum zu betrachten ist, einen weiteren IGS-Standort zu errichten. Die jetzige Realschule plus wird nicht nur von mir als Mogelpackung der Landesregierung betrachtet, denn hierbei wird der Hauptschulbildungsgang nicht
abgeschafft, sondern nur unter das Dach der kooperativen Realschule verlagert.
Wir benötigen echte Ganztagsschulen mit einem gemeinsamen Mittagessen für alle, weil Lernen mehr ist als nur Unterricht. Hierzu gehört auch eine echte Lernmittelfreiheit für „alle“. Dies bedeutet insgesamt für den Landkreis eine nachhaltige und sehr gute Lösung!
Stellungnahme zum Neubau der B41
Da zurzeit das Raumordnungsverfahren zum Neubau der B41 zwischen Idar-Oberstein und Birkenfeld noch nicht läuft, müssten alle Trassenverläufe zur Diskussion gestellt werden.
Wenn man sich näher mit dieser Planung befassen möchte, ist es sehr schwer an Informationen und Darstellungen heran zu kommen. So ist auf der Homepage des Landesbetriebs Mobilität (LBM) nichts zu finden. Auf Anfragen erhält man die Antwort: „Da muss ich zuerst meinen Chef fragen!“ und erhält nichts.
Auf der Homepage des Landkreises Birkenfeld befindet sich ein kurzer Text zur Kreistagsitzung vom 25.Februar diesen Jahres, bei der das Vorhaben den Kreistagmitgliedern vorgestellt wurde. Diesen wurde aber bis heute die angekündigte Präsentation nicht zur Verfügung gestellt, wie in der öffentlichen Sitzung angekündigt! Warum können die dort gezeigten Informationen nicht für alle Bürger online zur Verfügung gestellt werden?
Es gibt Hinweise auf eine Tunnellösung, die jedoch nicht mehr als Variante Gegenstand des geplanten Raumordnungsverfahrens ist. Wahrscheinlich hat man diese wohl Bürger- und umweltfreundlichste, aber auch teuerste Lösung schon vorsorglich aussortiert um nicht die Diskussion aufkommen zu lassen: Was ist uns die Lebensqualität, die Gesundheit der Anwohner, was ist uns unsere Natur- und Landschaft wert? So kommt es mir so vor, als habe man nur die Auswahl zwischen Pest und Cholera. Belastet man die Frauenberger und Kronweilerer oder die Ober- und Niederbrombacher. Deshalb werde ich fordern die Tunnellösung wieder mit in das Verfahren als eine Variante einzubeziehen!
Zur Finanzierung könnte man Gelder bereitstellen die beim Verzicht auf solche Unsinnsprojekte, wie den von der Bevölkerung abgelehnte Hochmoselübergang frei werden würden. Dieser soll mindestens 250 Millionen Euro kosten. Da bliebe sogar noch viel übrig für Bahn und ÖPNV.
Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Aufgaben eines Landrats? Warum wollen Sie Landrat werden oder bleiben?
Der Landrat ist der erste Repräsentant des Landkreises und Behördenleiter der Kreisverwaltung. Da die Aufgaben sehr vielfältig sind, wäre mir wichtig, mit motivierten Mitarbeitern eine bürgerfreundliche Verwaltung zu schaffen, die ihre Entscheidungen transparent „rüberbringt“! Sie soll das Allgemeinwohl für die BürgerInnen als Maßstab allen Handelns haben, eine intakte Umwelt erhalten und eine nachhaltige Daseinsvorsorge garantieren. Genannt seien u.a. Umweltschutz, Bildung, Katastrophenschutz und Verbraucherschutz.
Als zukünftiger Landrat möchte ich dem Landkreis eine bessere Zukunft bieten als die, die uns kürzlich anlässlich der Veranstaltung „Mitmachen“ in der Göttenbach-Aula vom Amtsinhaber düster prognostiziert wurde. Konzepte mit Phantasie sind gefragt, die auf Nachhaltigkeit bauen. Die Potentiale der Region sind eindeutig erkennbar, sie stecken in Land- und Forstwirtschaft, in regenerativen Energien, im Tourismus und in der Regionalvermarktung. Das Träumen und Warten auf große Investoren (siehe Skihalle, Schwimmbad I-O) soll ein Ende haben. Hier ist aktive Wirtschaftsförderung gefragt, mit hochgekrempelten Ärmeln, hier muß man sich um jede noch so kleine Gewerbeansiedlung kümmern! Weiterhin müssen wir uns langfristig auf eine Zukunft ohne Militär vorbereiten. Eine „echte“ Zukunftswerkstatt muss von BürgerInnen gestaltet werden. Die Wiederaufnahme
„lokalen Agenda 21“, die 2005 zum Stillstand gebracht wurde. soll für all die o.g. Punkte einen Handlungsrahmen für eine zukunftsfähige und nachhaltige Entwicklung unseres Landkreises Birkenfeld mit großer Unterstützung des Landes schaffen.
Landratskandidat sieht grobe Verstöße im Kammerwoog
Thomas Petry (Grüne) kritisiert Stadt und Kreis scharf und fordert lückenlose Aufklärung zu Arbeiten im Naturschutzgebiet
IDAR-OBERSTEIN. Thomas Petry, Landratskandidat von Bündnis 90/Die Grünen, zeigt sich "sehr enttäuscht" von den Aussagen von Stadt- und Kreisverwaltung zur Einstellung der Bauarbeiten im Kammerwoog (NZ vom 3. April: "Stadt stoppt Bagger im Kammerwoog"). "Wenn die Verwaltungsspitzen solche eklatanten Versäumnisse derart abwiegeln, wie es Oberbürgermeister Bruno Zimmer und Landrat Axel Redmer in diesem Fall getan haben, wird deutlich, wie unsensibel und mit welcher Arroganz diese Führungsspitzen sich über die Belange von Mensch und Natur zum wiederholten Male hinwegsetzen", kritisiert Petry in einer Stellungnahme. Dieses Mal verstecke man sich hinter einer fehlenden Genehmigung durch die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord. Diese Behörde präsentiert sich laut Petry, bedingt durch die schwache Ausstattung durch die SPD-Landesregierung und die von Umweltministerin Margit Conrad gesetzten Prioritäten, "fachlich und personell sehr schlecht". Mehr »
Landratswahl: Thomas Petry tritt an
Nahe Zeitung vom Montag, 25. Januar 2010, Seite 9.
Aus dem Zweikampf wird ein Dreikampf: Der 45-jährige Idar-Obersteiner geht für Bündnis 90/Die Grünen ins Rennen
Einen Termin für die Landratswahl gibt es noch nicht; den legt der Kreistag in seiner heutigen Sitzung in der Idar-Obersteiner Göttenbach-Aula fest. Seit Freitagabend bekannt ist aber, dass es neben Amtsinhaber Axel Redmer (SPD) und Dr. Matthias Schneider (CDU) einen dritten Kandidaten geben wird. Und das kommt dann doch - für viele - recht überraschend.
KREIS BIRKENFELD. Thomas Petry tritt als Kandidat für Bündnis 90/Die Grünen zur Landratswahl an. Der 45-jährige Architekt wurde am Freitagabend im Rahmen einer Mitgliederversammlung im Tiefensteiner Hotel Handelshof nominiert. Überschaubar war der Kreis jener, die Interesse daran hatten zu hören, warum sich der Idar-Obersteiner der Wahl stellen möchte. Lange habe er überlegt, ob eine Kandidatur Sinn macht: "Letztlich denke ich, dass es die Grünen im Kreis bekannter macht, der Wahlkampf so interessanter wird und die Wahlbeteiligung höher ausfallen kann." Mehr »












