Grüne: Öffnung wäre blinder Aktionismus
Nahe-Zeitung vom 13.10.09
Stadtverband vermisst ein Konzept für die probeweise Verkehrsfreigabe in der Fußgängerzone Idar
IDAR-OBERSTEIN. Die probeweise Freigabe der Fußgängerzone Idar für den Autoverkehr ist aus Sicht von Bündnis 90/Die Grünen "als blinder Aktionismus zu werten", da die Erfolgsaussichten lediglich hypothetisch seien und nur auf Wunschvorstellungen einiger weniger Geschäftsleute basierten.
Insbesondere den Bistros und Lokalen könne eine Öffnung nur zum Nachteil gereichen, da die Attraktivität ihrer Lokale durch die Autobelästigung sinke und Umsatzeinbußen zu befürchten seien, geben die Grünen zu bedenken. Auch die beiden in Auftrag gegebenen Gutachten zur Stadtentwicklung von Dr. Acocella aus dem Jahr 2005 und des Büros Nachtrieb & Weigel von 2008 verweisen nicht auf ein positives Entwicklungspotenzial durch einen Rückbau der Fußgängerzone.
"Umso erstaunlicher ist die Haltung der beiden Mehrheitsparteien CDU und SPD zu diesem Thema. Wurden doch auch mit ihren Stimmen diese teuer bezahlten Gutachten erstellt und als Grundlage für ein neues Stadtentwicklungskonzept verabschiedet."
Bündnis 90/Die Grünen wünscht sich ein langfristiges Konzept zur Belebung von Idar "ohne Schnellschüsse in die falsche Richtung". Die einmalige Konstellation von Idar-Oberstein als Stadt mit zwei Fußgängerzonen verlange nach kreativen neuen Ideen.
Mit der Öffnung zum Idarbach und der Erweiterung des Spielangebotes zu einem Stadtspielplatz, der Ansiedlung von Künstlern und des Schmuckhandwerks als Künstlerviertel mit Workshop-Angeboten für Einheimische und Touristen könne Einmaliges geboten werden. Idar könne Plattform für junge Künstler in Zusammenarbeit mit der FH werden. Auch eine Schlemmermeile unter Einbeziehung der Firma Fissler sei denkbar. "Idar muss einzigartig werden und darf nicht zur Kopie anderer Städte werden und somit beliebig bleiben", fordern die Grünen.
zurück







